Drohne in der Luft vor offenem Himmel, gesehen aus der Position des Piloten
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Grundlagen 5. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Drohnen-Grundlagen: was du wissen musst, bevor du fliegst

Flugkategorien, Klassen C0 bis C6, VLOS, geografische Gebiete und Pilotenpflichten. Das Lexikon, ohne das die Drohnenregeln unverständlich bleiben.

Bevor du fliegst, musst du fünf Dinge verstehen: in welcher Flugkategorie du dich bewegst, welche Klasse deine Drohne trägt, was VLOS bedeutet, wo geografische Gebiete verlaufen und welche Pflichten dich als Piloten treffen. Diese Begriffe tauchen in jeder Vorschrift, jeder Prüfungsfrage und jedem Ratgeber wieder auf, ohne sie bleibt der Rest unlesbar.

Dieser Artikel bringt dir nicht das Fliegen bei. Er erklärt, was die Wörter in den Vorschriften tatsächlich bedeuten. Die Drohnenregeln in der Europäischen Union setzt die EASA, die Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit, und sie gelten in allen Mitgliedstaaten gleichermaßen. Die nationale Luftfahrtbehörde, in Deutschland das LBA, ergänzt eigene Gebiete, Meldeverfahren und teils eine Versicherungspflicht, die Details bestätigst du also immer vor Ort.

Drei Flugkategorien: offen, speziell, zertifiziert

Die EASA-Regeln teilen jeden Drohnenflug nach Risiko in drei Kategorien ein, nicht danach, ob du zum Vergnügen oder für Geld fliegst.

Die offene Kategorie umfasst Operationen mit geringem Risiko und deckt praktisch das gesamte Hobbyfliegen sowie einen großen Teil der gewerblichen Arbeit ab. Sie braucht keine Genehmigung, nur die Betreiberregistrierung und einen Kompetenznachweis. Die Drohne muss unter 25 Kilogramm wiegen, in Sichtweite bleiben, nicht höher als 120 Meter über Grund steigen, nie über Menschenansammlungen fliegen und keine Last abwerfen.

Die spezielle Kategorie beginnt dort, wo die offene endet: Flüge außerhalb der Sichtweite, über 120 Meter, über Menschen oder mit schwererem Gerät. Sie verlangt eine Betriebsgenehmigung der Luftfahrtbehörde oder den Betrieb nach einem fertigen Standardszenario, jeweils nach vorheriger Risikobewertung.

Die zertifizierte Kategorie gilt für Operationen mit dem höchsten Risiko, etwa den Transport von Personen oder gefährlichen Gütern, und ähnelt der bemannten Luftfahrt. Für Einsteiger spielt sie keinerlei Rolle.

Die Unterkategorien A1, A2 und A3 innerhalb der offenen Kategorie

Die offene Kategorie zerfällt in drei Unterkategorien, und der Unterschied läuft auf eine einzige Frage hinaus: wie nah an Menschen darfst du fliegen.

A1 ist das Fliegen nahe an Menschen. Du darfst einzelne unbeteiligte Personen überfliegen, allerdings nicht absichtlich und nie im Schwebeflug über ihnen, und niemals über Menschenansammlungen. A1 gilt für Drohnen der Klassen C0 und C1.

A2 ist das Fliegen in sicherem Abstand zu Menschen, in der Regel 30 Meter horizontal, oder 5 Meter mit aktiviertem Langsamflugmodus. A2 gilt für Drohnen der Klasse C2 und setzt ein eigenes A2-Fernpilotenzeugnis voraus, das du bei einer anerkannten Stelle in einer Prüfung erwirbst.

A3 ist das Fliegen fernab von Menschen, in Gebieten, in denen du keine Unbeteiligten gefährdest, mit mindestens 150 Metern Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten. A3 gilt für C3, C4 und schwerere Bestandsdrohnen ohne Klassenlabel.

Deine Unterkategorie ergibt sich immer aus Drohnenklasse und Qualifikation zusammen. Ein Zeugnis allein bringt eine schwere Drohne nicht nach A1, und eine leichte Drohne zwingt dich nicht nach A3.

Die Klassen C0 bis C6 im Überblick

Die C-Klasse ist eine Kennzeichnung des Herstellers, die die sicherheitsrelevanten technischen Eigenschaften der Drohne beschreibt. Du findest sie am Gehäuse und in den Unterlagen.

C0 umfasst Drohnen unter 250 Gramm Startmasse mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 19 Metern pro Sekunde. Das leichteste Regime, Unterkategorie A1.

C1 umfasst Drohnen unter 900 Gramm, die Anforderungen an die Aufprallenergie erfüllen und Remote ID sowie Geo-Sensibilisierung mitbringen. Ebenfalls A1, aber mit zusätzlichen Auflagen.

C2 umfasst Drohnen unter 4 Kilogramm mit Langsamflugmodus. Unterkategorie A2, sobald du die entsprechende Prüfung bestanden hast.

C3 und C4 umfassen Drohnen unter 25 Kilogramm, wobei C4 für Modelle ohne automatische Steuerungsmodi steht, gedacht für den klassischen Modellflug. Beide fliegen in A3.

C5 und C6 gehören gar nicht zur offenen Kategorie. Es sind Klassen für die spezielle Kategorie, die innerhalb von Standardszenarien genutzt werden. C5 ist typischerweise eine C3-Drohne mit Nachrüstsatz, C6 ist Gerät für schnellere Operationen mit größerer Reichweite.

Drohnen, die vor Einführung des Klassensystems gekauft wurden, tragen kein Label und fallen unter Übergangsregeln, die sich allein an der Masse orientieren.

VLOS, BVLOS und EVLOS

VLOS steht für Visual Line of Sight, also den Flug in Sichtweite des Piloten. Das bedeutet, dass du die Drohne durchgehend mit bloßem Auge siehst und ihre Position sowie ihr Umfeld gut genug einschätzen kannst, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.

Entscheidend ist das bloße Auge. Das Kamerabild auf dem Display der Fernsteuerung ist kein VLOS, denn es zeigt nicht, was neben der Drohne passiert. Eine Sehhilfe ist erlaubt, ein Fernglas dient nur der gelegentlichen Kontrolle und niemals der Flugdurchführung. In der Praxis endet VLOS früher, als die Funkreichweite vermuten lässt: eine kleine Drohne verschwindet nach wenigen hundert Metern aus dem Blick, während die Verbindung noch steht.

BVLOS, Beyond Visual Line of Sight, ist der Flug außerhalb der Sichtweite. Er erfordert immer die spezielle Kategorie und eine Genehmigung und passt nie in die offene Kategorie.

EVLOS ist die erweiterte Sichtweite mit Luftraumbeobachtern, die die Drohne im Blick behalten und mit dem Piloten in Verbindung stehen. Auch das gehört in die spezielle Kategorie.

Geografische Gebiete

Ein geografisches Gebiet ist ein Bereich, in dem Drohnenflüge verboten, eingeschränkt oder genehmigungspflichtig sind. Die Staaten legen sie selbst fest und veröffentlichen sie in offiziellen Apps und Karten.

Typische Gebiete umfassen das Umfeld von Flughäfen und Hubschrauberlandeplätzen, militärische Areale, Nationalparks und Naturschutzgebiete, den Raum um kritische Infrastruktur wie Kraftwerke und Chemieanlagen, Justizvollzugsanstalten und Regierungsgebäude. In Städten gelten häufig Höhenbegrenzungen oder eine Meldepflicht.

Gebiete teilen sich in dauerhafte und temporäre. Ein temporäres Gebiet kann für ein paar Stunden entstehen, wegen einer Veranstaltung, eines Rettungseinsatzes oder eines Staatsbesuchs. Deshalb prüfst du die Karte vor jedem Flug und nicht einmal pro Saison.

Viele Drohnen bringen eine Geo-Sensibilisierung mit, die vor einem Gebiet warnt oder den Start blockiert. Betrachte das als Hilfsmittel und nicht als Quelle der Wahrheit: die Datenbank an Bord kann veraltet sein, und die Verantwortung für die Zonenprüfung bleibt bei dir.

Die Grundpflichten des Piloten

Unabhängig von Kategorie und Klasse gilt in der offenen Kategorie immer eine Handvoll Regeln.

Halte die Drohne während des gesamten Flugs in Sichtweite. Überschreite nicht 120 Meter über Grund, gemessen ab dem nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche und nicht ab deinem Startpunkt. Fliege nie über Menschenansammlungen. Transportiere keine gefährlichen Güter und wirf nichts von der Drohne ab. Weiche bemannten Luftfahrzeugen aus, und wenn du ein Flugzeug oder einen Hubschrauber siehst, sinke sofort und lande.

Dazu kommen die formalen Pflichten: Betreiberregistrierung, Betreibernummer sichtbar an der Drohne, gültiger Kompetenznachweis, aktives Remote ID, sofern die Drohne es besitzt, und die Zonenprüfung vor dem Start. Außerdem bist du für die Privatsphäre aller verantwortlich, die ins Bild geraten können, und für jeden Schaden, den die Drohne anrichtet.

Und dann ist da der gesunde Menschenverstand, den keine Vorschrift ausformulieren kann: Du fliegst nicht nach Alkohol, nicht bei Bedingungen jenseits der Fähigkeiten deiner Ausrüstung, und du kreist nicht ohne Grund über fremdem Grundstück.

Häufige Fragen

Brauche ich für rein privates Fliegen einen Nachweis?

Ja. In der offenen Kategorie brauchst du einen Kompetenznachweis, egal ob du zum Vergnügen oder gegen Bezahlung fliegst, denn die EASA-Regeln ordnen Flüge nach Risiko ein und nicht nach Zweck. Die einzige Erleichterung gilt für die leichtesten C0-Drohnen unter 250 Gramm in der Unterkategorie A1, wo die Anforderungen minimal sind. Die Betreiberregistrierung gilt bei einer Drohne mit Kamera trotzdem. Bestätige die Details bei deiner nationalen Luftfahrtbehörde.

Was unterscheidet die offene von der speziellen Kategorie?

Die offene Kategorie ist genehmigungsfreies Fliegen mit geringem Risiko unter harten Grenzen: bis 25 Kilogramm, in Sichtweite, bis 120 Meter, nie über Menschenansammlungen. Die spezielle Kategorie beginnt, sobald du eine dieser Grenzen überschreitest, und verlangt eine Betriebsgenehmigung der Luftfahrtbehörde oder den Betrieb nach einem Standardszenario, jeweils nach einer Risikobewertung. Praktisch das gesamte Hobbyfliegen passt in die offene Kategorie.

Wird die Grenze von 120 Metern ab meinem Startpunkt gemessen?

Nein. Die 120 Meter werden ab dem nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche gemessen, nicht ab der Stelle, an der du gestartet bist. Fliegst du über einen abfallenden Hang hinaus, wächst deine Höhe über Grund, obwohl die Telemetrie denselben Wert anzeigt. In der Nähe eines Hindernisses, das höher als 105 Meter ist, darfst du bis 15 Meter über dessen Spitze steigen, mit Zustimmung dessen, der das Bauwerk verantwortet.

Was ist Remote ID und betrifft es mich?

Remote ID ist ein System zur Fernidentifizierung, das in Echtzeit deine Betreibernummer, die Position der Drohne und die Position des Piloten aussendet, damit Behörden feststellen können, wer gerade fliegt. Die Pflicht gilt für die Klassen C1, C2, C3, C5 und C6, C0 ist ausgenommen. Unterstützt deine Drohne Remote ID, musst du deine Betreibernummer in den Einstellungen hinterlegen und darfst die Funktion nicht abschalten.

Dein nächster Schritt

Komm auf diese Liste zurück, wann immer dir in einem anderen Artikel oder in einer Prüfungsfrage eine unbekannte Abkürzung begegnet. Der logische nächste Schritt ist herauszufinden, in welche Unterkategorie deine Drohne fällt, und danach die Aufgabenliste vor dem ersten Flug durchzugehen. Die Ratgeber und der Fragentrainer von dronexamine führen dich in Prüfungsfragenform durch all diese Begriffe, was sie schneller im Gedächtnis verankert als bloßes Lesen.

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