Ausgepackte Drohne, Fernsteuerung und Akkus vor dem ersten Flug bereitgelegt
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Grundlagen 5. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Drohne gekauft, was nun? Die Aufgabenliste vor dem ersten Flug

Drohne noch im Karton? In dieser Reihenfolge: C-Klasse prüfen, Betreiber registrieren, Nummer anbringen, A1/A3 bestehen, versichern, Firmware, Zonen.

Du hast eine Drohne gekauft und willst wissen, was vor dem ersten Start ansteht: die C-Klasse deines Modells feststellen, dich als Betreiber registrieren, die Betreibernummer auf der Drohne anbringen, den kostenlosen A1/A3-Test bestehen, eine Haftpflichtversicherung abschließen, die Firmware aktualisieren, die Sensoren kalibrieren und erst dann einen Startplatz aussuchen. Das sind rund zwei Stunden Schreibtischarbeit, und fast alles davon machst du nur ein einziges Mal.

Dieser Ratgeber deckt genau die Phase zwischen Kauf und Erstflug ab, also alles, was du zu Hause am Rechner erledigst. Wenn es dir um die Start- und Landetechnik selbst geht, ist die Pre-Flight-Checkliste der richtige Text. Wenn du noch keine Drohne hast, fang beim Ratgeber zur Modellwahl an. Die Liste unten steht bewusst in dieser Reihenfolge, denn mehrere Punkte bauen auf den vorherigen auf.

Schritt 1: die C-Klasse deiner Drohne feststellen

Bevor du irgendetwas registrierst, klär, welche Klasse deine Drohne trägt. Das Label mit der Kennzeichnung C0 bis C6 sitzt am Gehäuse, am Akku oder in den Unterlagen, und meist siehst du es auch in der Hersteller-App.

Die Klasse entscheidet über alles Weitere: in welcher Unterkategorie der offenen Kategorie du fliegen darfst, wie nah du an Menschen herankommst und ob du zusätzliche Nachweise brauchst. Eine C0-Drohne wiegt unter 250 Gramm und gibt dir die größten Freiheiten. C1 umfasst Modelle unter 900 Gramm mit zusätzlichen technischen Anforderungen. C2 erlaubt Flüge in der Unterkategorie A2, verlangt dafür aber ein eigenes Zeugnis. C3 und C4 sind schwerere Geräte, die auf die Unterkategorie A3 beschränkt sind, also fernab von Menschen und bebauten Gebieten. Die Klassen C5 und C6 gehören nicht in die offene, sondern in die spezielle Kategorie und spielen für Einsteiger praktisch keine Rolle.

Trägt deine Drohne gar kein Klassenlabel, greifen gesonderte Übergangsregeln, die sich allein an der Startmasse orientieren. Kläre das, bevor du einen Flug planst, denn jeder folgende Schritt hängt davon ab.

Schritt 2: als Betreiber registrieren

Registriert wird der Betreiber, also du als Person, und nicht das einzelne Fluggerät. Du meldest dich einmal im Land deines Wohnsitzes an, und die Nummer, die du bekommst, gilt für sämtliche Drohnen in deinem Besitz.

In der Praxis ist die Registrierung für fast jeden Pflicht, der eine Drohne mit Kamera gekauft hat, unabhängig vom Gewicht. Die Ausnahme betrifft nur sehr leichte Modelle ohne Sensor, der personenbezogene Daten erfassen kann, was praktisch auf kamerafreies Spielzeug hinausläuft. Hat deine Drohne eine Kamera, geh davon aus, dass die Registrierung für dich gilt.

Angemeldet wird online über das Portal der nationalen Luftfahrtbehörde, in Deutschland also beim LBA. Das dauert meist eine Viertelstunde. Die Betreibernummer ist befristet gültig und muss verlängert werden, notiere dir also das Ablaufdatum. Registrieren darfst du dich nur in einem EU-Staat, die Nummer gilt anschließend in der gesamten Union.

Schritt 3: die Betreibernummer auf der Drohne anbringen

Es reicht nicht, dass die Nummer in einer Datenbank steht. Sie muss physisch am Gehäuse sichtbar sein, ohne dass jemand etwas zerlegen muss, und sie gehört ins Remote-ID-System, sofern deine Drohne eines unterstützt.

Am einfachsten ist ein Aufkleber oder eine dauerhafte Beschriftung an der Unterseite. Besitzt du mehrere Drohnen, kommt die Nummer auf jede einzelne, denn sie gehören alle demselben Betreiber. Zusätzlich trägst du sie in der Hersteller-App unter Remote ID oder Betreiberkennung ein. Erledige das direkt nach der Registrierung, damit du es nicht vergisst, denn bei einer Kontrolle wird genau nach diesem Aufkleber und dieser Remote-ID-Aussendung geschaut.

Schritt 4: den A1/A3-Kompetenznachweis bestehen

Fliegen in der offenen Kategorie setzt einen Kompetenznachweis voraus. Die Online-Schulung und der A1/A3-Test sind in den meisten EU-Staaten kostenlos und lassen sich komplett von zu Hause aus absolvieren.

Der A1/A3-Test fragt Vorschriften, Flugsicherheit, Luftraumbeschränkungen, Datenschutz und meteorologische Grundlagen ab. Fragen zur Steuertechnik gibt es nicht, denn es ist eine Wissensprüfung und kein praktischer Test. Wer das Material vorher durcharbeitet, schafft den Nachweis an einem Nachmittag.

Das A2-Fernpilotenzeugnis ist eine eigene Sache und wird erst nötig, wenn du eine schwerere C2-Drohne näher an Menschen fliegen willst. Für den Anfang, besonders mit einer C0- oder C1-Drohne, genügt A1/A3. Der Nachweis wird in allen EASA-Staaten anerkannt, du musst ihn im Ausland also nicht wiederholen.

Schritt 5: Haftpflichtversicherung abschließen

Für Schäden, die deine Drohne verursacht, haftest du persönlich, mit deinem eigenen Vermögen. Eine Haftpflichtversicherung verlagert dieses Risiko auf den Versicherer und kostet aufs Jahr gerechnet wenig.

In manchen EU-Staaten ist die Haftpflicht für jeden Betreiber Pflicht, in anderen erst ab einer bestimmten Startmasse oder nur bei gewerblichen Flügen. Prüfe das bei deiner nationalen Luftfahrtbehörde, denn hier gehen die Regeln zwischen den Ländern stärker auseinander als in den meisten anderen Bereichen.

Unabhängig von der rechtlichen Pflicht lohnt sich der Schutz. Schon eine leichte Drohne kann eine Windschutzscheibe zerschlagen oder jemanden verletzen, und die Kosten eines solchen Schadens übersteigen den Beitrag um ein Vielfaches. Eine Kaskoversicherung, die Schäden an der Drohne selbst abdeckt, wird separat abgeschlossen und ist eine freie Entscheidung.

Schritt 6: Firmware aktualisieren und kalibrieren

Eine neue Drohne kommt so gut wie nie mit aktueller Software aus dem Karton, und manche Modelle starten schlicht nicht, bevor das Update eingespielt ist. Mach das zu Hause, mit stabiler Verbindung und geladenen Akkus.

Das Update betrifft in der Regel Fluggerät, Fernsteuerung und Akkus getrennt voneinander, und der gesamte Vorgang dauert je nach Modell zwischen einer Viertelstunde und einer Stunde. Brich ihn nicht ab und trenne zwischendurch nicht die Stromversorgung. Danach kalibrierst du Kompass und IMU nach Herstelleranleitung, mit Abstand zu Metallkonstruktionen, Autos und Stromleitungen.

Lade alle Akkus und die Fernsteuerung vollständig, lass sie aber nicht wochenlang bei voller Ladung liegen, denn das mögen LiPo-Zellen nicht. Prüfe, ob die Speicherkarte eingesetzt ist und freien Platz hat.

Schritt 7: geografische Gebiete prüfen und Startplatz wählen

Der letzte Schritt vor dem Losfahren ist die Suche nach einem legalen Fluggebiet. Installiere die nationale App zur Prüfung geografischer Gebiete und sieh dir deine Umgebung an, bevor du dich auf einen Startpunkt festlegst.

Geografische Gebiete sind Bereiche mit Einschränkungen für Drohnen: das Umfeld von Flughäfen, Truppenübungsplätze, Nationalparks, Innenstädte, Anlagen der kritischen Infrastruktur. Manche sind vollständig gesperrt, andere verlangen eine Meldung oder Genehmigung. Die App zeigt außerdem temporäre Gebiete, die nur zu bestimmten Zeiten aktiv sind.

Für den ersten Flug nimmst du ein offenes Feld oder eine Wiese außerhalb jeder Zone, mit Abstand zu Menschen, Straßen, Stromleitungen und Gebäuden. Die Zonenprüfung machst du vor jedem Flug neu und nicht einmalig, weil sich temporäre Gebiete ständig ändern.

Häufige Fragen

Muss ich jede Drohne einzeln registrieren?

Nein. Du registrierst dich einmal als Betreiber und bekommst eine einzige Nummer, die für alle deine Drohnen gilt. Diese Nummer musst du allerdings auf jedem Gerät anbringen und in den Einstellungen jeder Drohne hinterlegen. Eine Registrierung des einzelnen Fluggeräts betrifft nur schwerere Muster der zertifizierten Kategorie, zu denen Consumer-Drohnen nicht zählen.

Wie lange dauern die Formalitäten insgesamt?

Die Betreiberregistrierung dauert eine Viertelstunde, Schulung und A1/A3-Test einen Nachmittag, und eine Versicherung schließt du online in wenigen Minuten ab. Firmware-Update und Kalibrierung nehmen je nach Modell eine halbe bis zwei Stunden in Anspruch. Realistisch brauchst du vom Öffnen des Kartons bis zur Flugbereitschaft einen freien Tag, und fast alles davon fällt nur einmal an.

Darf ich eine Drohne unter 250 Gramm ganz ohne Formalitäten fliegen?

Nein. Unter 250 Gramm entfällt vor allem das A2-Zeugnis, und du darfst in der Unterkategorie A1 näher an Menschen fliegen. Die Betreiberregistrierung gilt trotzdem, sobald die Drohne eine Kamera hat. Ebenso musst du geografische Gebiete beachten, die Höhengrenze von 120 Metern einhalten und die Drohne durchgehend in Sichtweite behalten.

Gelten Nachweise aus einem EU-Land auch in einem anderen?

Ja. Der A1/A3-Schulungsnachweis und das A2-Zeugnis werden in allen Staaten anerkannt, die die EASA-Regeln anwenden, und deine Betreibernummer gilt unionsweit, auch wenn du dich nur im Wohnsitzland registrierst. Unterschiedlich sind dagegen die nationalen geografischen Gebiete, die Versicherungspflicht und die Meldeverfahren, prüfe im Ausland also immer die lokalen Zonenkarten.

Dein nächster Schritt

Arbeite die Liste ab und hake jeden Punkt ab: Klasse, Registrierung, Nummer am Gehäuse, A1/A3-Test, Versicherung, Firmware, Kalibrierung, Zonen. Danach ist alles vorbereitet und es fehlt nur noch der Flug selbst. Falls dir Begriffe wie offene Kategorie, Unterkategorie A1 oder VLOS noch nichts sagen, lies zuerst die Einführung für Einsteiger. Zur Vorbereitung auf den A1/A3-Test nutzt du die Ratgeber und den Fragentrainer von dronexamine.

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