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Schwarmflug mit Drohnen: Regeln und LBA-Genehmigung

Drohnenschwärme für Lichtshows fallen in die spezielle Kategorie und brauchen eine Betriebsgenehmigung des LBA. So läuft Planung und Zulassung. Stand 2026.

Redakcja dronexamine
Viele beleuchtete Drohnen bilden ein Muster am Nachthimmel

Ein Drohnenschwarm, etwa für eine Lichtshow, fällt praktisch immer in die spezielle Kategorie und braucht eine Betriebsgenehmigung des Luftfahrt-Bundesamts. Denn ein einzelner Fernpilot kann viele Drohnen nicht in direkter Sicht getrennt steuern, und das Risiko übersteigt die offene Kategorie. Stand 2026 sind solche Shows in Deutschland ein regulierter Spezialbetrieb, kein Freizeitflug.

Warum ist ein Schwarm kein normaler Flug?

In der offenen Kategorie steuert ein Fernpilot eine Drohne, die er in direkter Sichtverbindung hält. Ein Schwarm besteht aus vielen Drohnen, die koordiniert fliegen, meist gesteuert durch eine zentrale Software statt durch manuelle Eingaben. Das lässt sich nicht mit den Grundannahmen der offenen Kategorie vereinbaren.

Zusätzlich finden Shows oft nachts, über oder nahe Menschenansammlungen und in urbanem Umfeld statt. Jede dieser Bedingungen erhöht das Risiko. In Summe liegt ein Schwarmflug deutlich über dem, was die offene Kategorie abdeckt, und gehört deshalb in die spezielle Kategorie.

Welche Genehmigung brauchst du?

Für die spezielle Kategorie brauchst du eine Betriebsgenehmigung des Luftfahrt-Bundesamts. Grundlage ist eine Risikobewertung, üblicherweise nach der SORA-Methodik, oder der Einsatz unter einem passenden Standardszenario, sofern eines greift. Die Genehmigung legt fest, unter welchen Bedingungen du den Schwarm betreiben darfst.

Rechne mit einem umfangreichen Antrag: Beschreibung des Systems, der Software, der Ausfallsicherungen, des Betriebsgebiets und der Notfallverfahren. In der Wissensdatenbank von dronexamine findest du eine Einführung in die spezielle Kategorie und die Risikobewertung, die dir den Einstieg erleichtert.

Wie sichert man einen Schwarm technisch ab?

Ein Schwarm steht und fällt mit seiner Ausfallsicherung. Fällt eine Drohne aus oder verliert die Verbindung, darf sie den Rest nicht gefährden und muss kontrolliert reagieren, etwa auf der Stelle landen oder zu einem sicheren Punkt zurückkehren. Die Software überwacht Positionen, Abstände und Akkustände aller Einheiten gleichzeitig.

Zur Absicherung gehören redundante Positionsbestimmung, definierte Geofences, überwachte Batteriereserven und ein Notstopp, der den gesamten Schwarm kontrolliert absetzt. Diese Verfahren beschreibst du in der Risikobewertung, denn das Luftfahrt-Bundesamt bewertet genau, wie du Fehler beherrschst.

Welche Rolle spielen Nachtflug und Menschenansammlungen?

Die meisten Schwarmshows finden nachts statt, damit die Lichter zur Geltung kommen. Nachtflug ist grundsätzlich zulässig, erfordert aber eine geeignete Kennzeichnung und Verfahren, die du in der Genehmigung regelst. Über Menschenansammlungen ist der Flug besonders sensibel, weil ein Absturz viele Menschen treffen könnte.

Deshalb legt die Genehmigung fest, welche Abstände zu Zuschauern gelten, wie das Gelände abgesperrt wird und welche Ausfallszenarien abgedeckt sind. Ein Schwarm direkt über den Köpfen des Publikums stellt höchste Anforderungen und wird nur unter strengen Bedingungen zugelassen.

Welche Zonen und Freigaben kommen hinzu?

Auch ein genehmigter Schwarm muss die geografischen Zonen beachten. Findet die Show in einer Kontrollzone statt, brauchst du zusätzlich eine Freigabe der DFS. In der Nähe von Flughäfen, kritischer Infrastruktur oder Schutzgebieten kommen weitere Auflagen hinzu.

Prüfe den Veranstaltungsort deshalb frühzeitig auf DIPUL und kläre die nötigen Freigaben, bevor du die Show planst. Die Betriebsgenehmigung des Luftfahrt-Bundesamts ersetzt nicht die zonenspezifischen Freigaben, sondern kommt zu ihnen hinzu.

Wer darf einen Schwarm überhaupt betreiben?

Schwarmshows betreiben in der Regel spezialisierte Unternehmen mit erfahrenem Personal, geprüfter Technik und einer Betriebsgenehmigung. Als Einsteiger baust du das nicht nebenbei auf, denn die Anforderungen an Software, Ausfallsicherheit und Nachweise sind hoch. Die Fernpiloten brauchen eine ihrer Aufgabe angemessene Qualifikation.

Wenn du in dieses Feld einsteigen willst, beginne mit dem Verständnis der speziellen Kategorie und der Risikobewertung. Kläre früh mit dem Luftfahrt-Bundesamt, welche Nachweise es erwartet, statt Technik anzuschaffen, die am Ende die Anforderungen nicht erfüllt.

Wie unterscheidet sich ein Schwarm von einzelnen Drohnen?

Bei einzelnen Drohnen entscheidet jeweils ein Fernpilot manuell über Kurs und Höhe. In einem Schwarm plant eine zentrale Software vorab die Choreografie und weist jeder Drohne ihre Position zu. Die Drohnen fliegen dann weitgehend autonom nach diesem Plan, während ein Team den Betrieb überwacht und im Notfall eingreift.

Diese Autonomie ist der Kern des Unterschieds. Die Sicherheit hängt nicht mehr an der Reaktion eines einzelnen Piloten, sondern an der Zuverlässigkeit der Software, der Positionsbestimmung und der Ausfallsicherungen. Genau deshalb bewertet das Luftfahrt-Bundesamt diese Systeme so genau. In der Wissensdatenbank von dronexamine findest du eine Einordnung, wie sich autonome von manuellen Betriebsformen abgrenzen.

Welche Nachweise verlangt die Risikobewertung?

Die Risikobewertung nach SORA verlangt, dass du das Boden- und Luftrisiko deines Betriebs analysierst und mit Minderungsmaßnahmen auf ein akzeptables Niveau senkst. Für einen Schwarm bedeutet das unter anderem: definierte Abstände zum Publikum, ein abgesichertes Betriebsgebiet, überwachte Akkureserven und ein zuverlässiger Notstopp für alle Einheiten.

Du dokumentierst außerdem die Zuverlässigkeit deiner Positionsbestimmung, die Redundanzen und das Verhalten bei Ausfall einzelner Drohnen oder der Funkverbindung. Je klarer du zeigst, dass du Fehler beherrschst, desto eher erteilt das Luftfahrt-Bundesamt die Genehmigung. Beginne früh mit dieser Analyse, weil sie den Kern deines Antrags bildet.

Häufige Fragen

Darf ich mehrere Drohnen gleichzeitig in der offenen Kategorie fliegen?

Nein, nicht als koordinierten Schwarm. Die offene Kategorie geht von einem Fernpiloten mit einer Drohne in direkter Sicht aus. Ein Schwarm mit zentraler Steuerung übersteigt diesen Rahmen und gehört in die spezielle Kategorie mit Betriebsgenehmigung.

Brauche ich für eine Lichtshow immer eine Genehmigung des LBA?

In aller Regel ja. Schwarmshows fallen wegen ihres Risikos in die spezielle Kategorie und erfordern eine Betriebsgenehmigung. Zusätzlich können zonenabhängige Freigaben nötig sein, etwa der DFS in einer Kontrollzone.

Wie lange dauert die Genehmigung?

Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil es von der Komplexität und der Vollständigkeit deines Antrags abhängt. Plane deutlich Vorlauf ein und stimme dich früh mit dem Luftfahrt-Bundesamt ab. Eine sorgfältig ausgearbeitete Risikobewertung beschleunigt den Prozess.

Was passiert, wenn eine Drohne im Schwarm ausfällt?

Das System muss so ausgelegt sein, dass ein Ausfall den Rest nicht gefährdet. Die betroffene Drohne reagiert nach definiertem Verfahren, etwa mit kontrollierter Landung. Diese Ausfallsicherung ist zentraler Bestandteil der Risikobewertung und der Genehmigung.

Dein nächster Schritt

Wenn du einen Schwarm planst, mach dich zuerst mit der speziellen Kategorie und der Risikobewertung vertraut und stimme dich mit dem Luftfahrt-Bundesamt ab. Vertiefe dein Wissen zu BVLOS, Nachtflug und Remote ID mit den Leitfäden von dronexamine, bevor du in die Planung einsteigst.