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Sicherheit 5 Min. Lesezeit

Nachtflug mit Drohne: Regeln und Sicherheit

Nachtflug ist in der offenen Kategorie erlaubt, wenn deine Drohne ein grünes Blinklicht trägt. Was du zu Sichtbarkeit, Risiken und Praxis wissen musst. Stand 2026.

Redakcja dronexamine
Drohne mit grünem Blinklicht bei Dämmerung am Himmel

Nachtflug mit der Drohne ist in der offenen Kategorie erlaubt, sofern deine Drohne ein grün blinkendes Positionslicht trägt, das sie erkennbar macht. Die übrigen Regeln der EU-Verordnung 2019/947 gelten unverändert weiter, also Sichtweite, Höhenbegrenzung und geografische Gebiete. Die größte Herausforderung ist, die Drohne und ihre Fluglage bei Dunkelheit sicher zu beurteilen.

Ist Nachtflug in Deutschland überhaupt erlaubt?

Ja, Nachtflug ist in der offenen Kategorie grundsätzlich zulässig. Voraussetzung ist ein grün blinkendes Licht an der Drohne, damit sie im Dunkeln erkennbar bleibt. Diese Vorgabe stammt aus der EU-Verordnung 2019/947 und dient dazu, die Drohne für andere Luftraumnutzer und für dich selbst sichtbar zu halten.

Alle weiteren Regeln bleiben bestehen. Du musst weiterhin in Sichtweite fliegen, die Höhengrenze von 120 Metern einhalten und die geografischen Gebiete beachten. Die Sichtweite bei Nacht bedeutet, dass du die Position und grobe Lage der Drohne anhand ihrer Lichter erkennen können musst.

Welches Licht braucht deine Drohne bei Nacht?

Vorgeschrieben ist ein grün blinkendes Licht, das die Drohne kennzeichnet. Viele aktuelle Modelle haben ein solches Blinklicht bereits integriert oder bieten es als Zubehör. Bei älteren oder selbstgebauten Drohnen musst du ein passendes Licht nachrüsten. Achte darauf:

  • Das Licht muss grün blinken, nicht dauerhaft leuchten.
  • Es muss ausreichend hell sein, um die Drohne aus der Entfernung sichtbar zu machen.
  • Es darf die Fluglage nicht verschleiern, orientiere dich zusätzlich an den Positionslichtern deiner Drohne, falls vorhanden.

Prüfe die konkrete Ausstattung deines Modells beim Hersteller, denn die Umsetzung unterscheidet sich zwischen den Herstellern.

Welche Risiken bringt der Nachtflug mit sich?

Dunkelheit erschwert die Orientierung erheblich:

  • Fluglage schwer erkennbar: Ohne Tageslicht siehst du kaum, in welche Richtung die Drohne zeigt.
  • Hindernisse unsichtbar: Bäume, Leitungen und Masten sind im Dunkeln schlecht auszumachen.
  • Entfernungseinschätzung schwierig: Nur anhand der Lichter lässt sich die Distanz kaum abschätzen.
  • Kalte Luft und Feuchtigkeit: Nachts sinken die Temperaturen, was Akkus schwächt und Vereisung begünstigen kann.

Diese Risiken machen den Nachtflug anspruchsvoller als den Tagflug. Wer die Grundlagen sicher beherrscht, kann sich bei Nacht besser auf die erschwerten Bedingungen konzentrieren. Die strukturierten Lerninhalte von dronexamine helfen, diese Basis zu festigen.

Wie fliegst du nachts sicher?

Mit guter Vorbereitung reduzierst du die Risiken deutlich:

  • Gebiet bei Tag erkunden: Fliege möglichst nur dort nachts, wo du die Umgebung und Hindernisse aus dem Tagbetrieb kennst.
  • Hindernisse vorher kartieren: Notiere Leitungen, Bäume und Masten, bevor es dunkel wird.
  • Voll geladene Akkus: Kalte Nacht schwächt die Kapazität, plane Reserven ein.
  • Rückkehrfunktion prüfen: Stelle die automatische Rückkehr auf eine sichere Höhe über allen Hindernissen ein.
  • Kollisionswarner nutzen: Falls vorhanden, hilft Hinderniserkennung, aber verlasse dich nicht allein darauf.
  • Ruhige Bedingungen wählen: Vermeide Wind und Feuchtigkeit, die nachts oft zunehmen.

Fliege konservativer als am Tag, halte größere Abstände und breche im Zweifel ab.

Wofür lohnt sich Nachtflug professionell?

Nachtflug hat klare professionelle Anwendungen. Bei Suche und Rettung liefert die Kombination aus Dunkelheit und Wärmebildkamera die besten Ergebnisse, weil sich warme Körper vom kühlen Untergrund abheben. In der Gebäudethermografie sind die kühlen Nachtstunden ideal, um Wärmebrücken sichtbar zu machen. Auch Veranstaltungen, Lichtshows mit Drohnenschwärmen und bestimmte Inspektionen finden nachts statt. Für diese Einsätze planst du besonders sorgfältig und stellst die Sichtbarkeit deiner Drohne sicher.

Wie hältst du bei Nacht die Sichtweite ein?

Die Sichtweitenregel gilt auch nachts, aber ihre Umsetzung ist anspruchsvoller. Tagsüber siehst du die Silhouette der Drohne, nachts orientierst du dich fast ausschließlich an den Lichtern. Das grüne Blinklicht zeigt dir die Position, doch die genaue Ausrichtung ist schwerer zu erkennen. Halte die Drohne deshalb näher als am Tag und fliege nur so weit, wie du ihre Bewegung sicher beurteilen kannst.

Hilfreich ist es, wenn deine Drohne über zusätzliche Positionslichter in verschiedenen Farben verfügt, die vorne und hinten unterscheidbar sind. So erkennst du die Flugrichtung besser. Vermeide störende Lichtquellen im Hintergrund, etwa Straßenlaternen, die das Blinklicht überstrahlen. Ein ruhiger, dunkler Hintergrund erleichtert die Orientierung. Wenn du die Lichter nicht mehr eindeutig zuordnen kannst, hast du die sichere Sichtweite überschritten und solltest die Drohne zurückholen.

Welche Vorbereitung braucht ein professioneller Nachteinsatz?

Für gewerbliche Nachtflüge wie Thermografie oder Suche zahlt sich gründliche Planung aus. Erstelle vorab eine Karte des Gebiets mit allen Hindernissen und lege sichere Start-, Lande- und Rückkehrpunkte fest. Stimme dich bei größeren Lagen mit anderen Luftraumnutzern ab, besonders wenn Hubschrauber im Einsatz sein könnten.

Rechne die kältebedingt kürzere Akkulaufzeit ein und halte ausreichend geladene Reserven bereit. Teste die automatische Rückkehr auf eine Höhe über allen Hindernissen, bevor du weit hinausfliegst. Arbeite möglichst im Team mit klaren Rollen für Pilot, Kamerabediener und Koordination. Führe eine gründliche Vorflugkontrolle durch, denn Fehler an der Ausrüstung fallen im Dunkeln später auf. Dokumentiere die Bedingungen für die Nachbereitung. Diese Sorgfalt macht den Unterschied zwischen einem kontrollierten und einem riskanten Nachteinsatz.

Häufige Fragen

Brauche ich eine besondere Genehmigung für Nachtflug?

In der offenen Kategorie brauchst du keine gesonderte Nachtfluggenehmigung, wenn deine Drohne ein grün blinkendes Licht trägt und du alle übrigen Regeln einhältst. Für Flüge, die ohnehin in die spezielle Kategorie fallen, ergeben sich die Anforderungen aus deiner Betriebsgenehmigung. Prüfe zusätzlich die geografischen Gebiete, da lokal Einschränkungen gelten können.

Reicht das normale Positionslicht meiner Drohne aus?

Nicht unbedingt. Vorgeschrieben ist ein grün blinkendes Licht zur Kennzeichnung der Drohne bei Nacht. Manche Positionslichter erfüllen das nicht. Prüfe beim Hersteller, ob dein Modell ein konformes grünes Blinklicht besitzt, und rüste andernfalls nach.

Gilt bei Nacht auch die Sichtweitenregel?

Ja. Auch nachts musst du in der offenen Kategorie die Drohne in Sichtweite halten, was bedeutet, dass du ihre Position und grobe Lage anhand der Lichter erkennen können musst. Fliegst du weiter, als du die Drohne noch sicher beurteilen kannst, verlässt du die zulässige Sichtweite.

Warum sind meine Akkus nachts schneller leer?

Kälte reduziert die nutzbare Kapazität von LiPo-Akkus, und nachts sinken die Temperaturen oft deutlich. Halte die Akkus vor dem Flug warm, plane kürzere Flugzeiten und mehr Reserven ein. Achte auf Warnungen der Drohne und lande frühzeitig.

Dein nächster Schritt

Prüfe zuerst, ob deine Drohne ein konformes grün blinkendes Licht trägt, denn ohne dieses ist Nachtflug nicht zulässig. Erkunde das Fluggebiet bei Tageslicht, kartiere Hindernisse und plane mit voll geladenen Akkus und Reserven. Wenn du deine luftrechtlichen Grundlagen festigen willst, bevor du bei Nacht fliegst, nutze den Trainer von dronexamine für eine strukturierte Vorbereitung.