Maximale Flughöhe für Drohnen: die 120-Meter-Regel
In der offenen Kategorie gilt 120 Meter über Grund. So misst du die Höhe richtig, wann Ausnahmen greifen und wo weniger erlaubt ist. Stand 2026.
In der offenen Kategorie darfst du in Deutschland maximal 120 Meter über Grund fliegen. Diese Höhe misst sich zum nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche, nicht zum Startplatz, und in manchen Zonen ist sie weiter reduziert. Stand 2026 gilt die 120-Meter-Grenze EU-weit nach der Verordnung 2019/947, ergänzt durch nationale Sonderregeln.
Woher kommt die 120-Meter-Grenze?
Die Höchsthöhe von 120 Metern ist in der EU-Durchführungsverordnung 2019/947 für die offene Kategorie festgelegt. Sie gilt in allen Mitgliedstaaten gleich und soll den unbemannten Verkehr von der bemannten Luftfahrt trennen, die üblicherweise höher unterwegs ist. Unterhalb dieser Grenze bewegst du dich im Bereich, der für kleine Drohnen vorgesehen ist.
Die Grenze bezieht sich auf den Abstand zum Grund, nicht auf eine absolute Höhe über dem Meer. Über flachem Land ist der Unterschied klein, im hügeligen oder bergigen Gelände dagegen groß.
Wie misst du die Höhe im Gelände richtig?
Die Höhe zählt zum nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche unter der Drohne. Fliegst du über einem Hang bergab, bleibt der Abstand zum Grund direkt unter der Drohne maßgeblich, nicht der Abstand zu deinem tiefer gelegenen Startplatz. Startest du auf einem Hügel und fliegst über ein Tal, wächst der Abstand zum Talboden schnell an.
Für bergiges Gelände sieht die Verordnung eine praktische Erleichterung vor: In der Nähe hoher Hindernisse darf die Höhe auf Wunsch des Betreibers dieser Hindernisse in einem begrenzten Umkreis erhöht werden. Weil diese Ausnahme an Bedingungen geknüpft ist, prüfe sie im Einzelfall genau und halte dich sonst an die 120 Meter über Grund.
Wo ist weniger als 120 Meter erlaubt?
In bestimmten geografischen Zonen ist die zulässige Höhe niedriger. Nahe Flughäfen und in Kontrollzonen kann die DFS Freigaben mit reduzierter Höhe erteilen, etwa nur bis 50 Meter. Auch andere Beschränkungszonen können eigene Höhenlimits festlegen.
Verlasse dich deshalb nicht pauschal auf 120 Meter, sondern prüfe die konkrete Zone auf DIPUL. Dort siehst du, ob an deinem Standort ein reduziertes Limit gilt und welche Freigabe du gegebenenfalls brauchst. In der Wissensdatenbank von dronexamine findest du Erklärungen zu den Zonentypen und ihren Höhenvorgaben.
Wie zuverlässig ist die Höhenanzeige deiner Drohne?
Die meisten Drohnen zeigen die Höhe relativ zum Startpunkt an, basierend auf Barometer und GPS. Diese Anzeige entspricht nicht automatisch dem Abstand zum Grund, wenn sich das Gelände unter der Drohne ändert. Fliegst du von einem Tal einen Hang hinauf, kann die angezeigte Höhe steigen, während der tatsächliche Bodenabstand sinkt oder umgekehrt.
Behalte das Gelände im Blick und rechne die angezeigte Höhe im Kopf um, wenn der Boden unter der Drohne höher oder tiefer liegt als dein Startplatz. Manche Drohnen bieten eine Höhenbegrenzung in den Einstellungen, die du auf einen sicheren Wert setzen kannst.
Gibt es Ausnahmen für höhere Flüge?
Höher als in der offenen Kategorie erlaubt darfst du nur in der speziellen Kategorie fliegen, und das nur mit einer entsprechenden Betriebsgenehmigung oder unter einem Standardszenario. Solche Flüge erfordern eine Risikobewertung und die Zustimmung des Luftfahrt-Bundesamts.
Für den normalen Freizeit- und viele gewerbliche Flüge ist das nicht vorgesehen. Wenn dein Vorhaben zwingend höher als 120 Meter führt, kläre den Weg über die spezielle Kategorie beim Luftfahrt-Bundesamt, statt es in der offenen Kategorie zu versuchen.
Was passiert bei einem Verstoß gegen das Höhenlimit?
Ein Überschreiten der zulässigen Höhe ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Die Höhe hängt vom Bundesland und vom Einzelfall ab, besonders wenn du dadurch bemannte Luftfahrt gefährdest. Feste Beträge lassen sich seriös nicht nennen, deshalb prüfe den Rahmen bei Bedarf beim Luftfahrt-Bundesamt.
Über der Höhengrenze steigt das Risiko einer Kollision mit Hubschraubern oder Kleinflugzeugen deutlich. Das Limit dient genau dieser Trennung, weshalb Verstöße hier ernst genommen werden.
Warum trennt das Limit Drohnen von der bemannten Luftfahrt?
Die 120-Meter-Grenze schafft einen Sicherheitspuffer zwischen kleinen Drohnen und bemannten Luftfahrzeugen. Kleinflugzeuge, Segelflieger und vor allem Hubschrauber bewegen sich im Regelflug meist höher, sinken aber in bestimmten Situationen tief. Rettungs- und Polizeihubschrauber können jederzeit und niedrig fliegen, etwa bei einem Einsatz.
Genau deshalb ist die Einhaltung des Limits mehr als eine Formalität. Eine Drohne oberhalb von 120 Metern erhöht das Kollisionsrisiko mit bemannter Luftfahrt erheblich. Bleibst du darunter und weichst tief fliegenden Hubschraubern zusätzlich aus, trägst du aktiv zur Sicherheit im Luftraum bei. In der Wissensdatenbank von dronexamine findest du Hintergründe zur Trennung der Lufträume.
Wie stellst du eine Höhenbegrenzung in der App ein?
Viele Drohnen bieten in den Flugeinstellungen eine maximale Höhe, die du selbst festlegen kannst. Setze diesen Wert bewusst, damit du das Limit nicht versehentlich überschreitest, etwa wenn du das Gelände falsch einschätzt. Beachte dabei, dass sich die Begrenzung meist auf den Startpunkt bezieht und nicht automatisch dem Bodenabstand entspricht.
Prüfe die Einstellung vor jedem Flug, besonders wenn du das Gerät mit anderen teilst oder die App aktualisiert wurde. Eine sinnvoll gesetzte Höhenbegrenzung ist ein einfaches, wirksames Sicherheitsnetz. Verlasse dich aber nicht allein darauf, sondern behalte das Gelände und die Anzeige im Blick.
Häufige Fragen
Gelten die 120 Meter über dem Startplatz oder über dem Boden?
Über dem Boden. Maßgeblich ist der Abstand zum nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche unter der Drohne, nicht die Höhe über deinem Startplatz. Bei welligem oder bergigem Gelände musst du diesen Unterschied im Kopf behalten.
Darf ich neben einem hohen Gebäude höher fliegen?
Unter bestimmten Bedingungen ja. Die Verordnung erlaubt in der Nähe hoher Hindernisse eine erhöhte Grenze in einem begrenzten Umkreis, wenn der Betreiber des Hindernisses das wünscht. Prüfe die genauen Voraussetzungen im Einzelfall, bevor du dich darauf verlässt.
Warum zeigt meine Drohne mehr als 120 Meter an, obwohl ich niedrig fliege?
Die Anzeige bezieht sich meist auf den Startpunkt. Wenn der Boden unter der Drohne tiefer liegt als dein Startplatz, ist der tatsächliche Bodenabstand größer als gedacht. Umgekehrt kann er kleiner sein, wenn das Gelände ansteigt.
Kann ich mit einer Sondergenehmigung höher fliegen?
Ja, aber nur in der speziellen Kategorie mit einer Betriebsgenehmigung des Luftfahrt-Bundesamts oder unter einem Standardszenario. In der offenen Kategorie sind 120 Meter über Grund die Obergrenze, sofern keine Zone weniger vorschreibt.
Dein nächster Schritt
Prüfe vor deinem nächsten Flug, ob an deinem Standort das volle Limit von 120 Metern gilt oder eine Zone weniger erlaubt, und rechne die Anzeige deiner Drohne aufs Gelände um. Vertiefe dein Wissen zu Zonen und Flughafenabständen mit den Leitfäden von dronexamine, damit du die Höhe überall sicher einhältst.
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