Geografische Gebiete: wo darfst du fliegen?
In Deutschland regeln geografische Gebiete, wo Drohnenflug erlaubt, beschränkt oder verboten ist. So nutzt du die DIPUL-Karte und findest sichere Startplätze.
In Deutschland legen geografische Gebiete fest, wo du mit deiner Drohne fliegen darfst, wo du eine Erlaubnis brauchst und wo Flug verboten ist. Die verbindliche Übersicht liefert die digitale Plattform DIPUL des Bundes. Bevor du startest, prüfst du dort deinen geplanten Standort, denn viele Verbote gelten unabhängig von deinem Führerschein.
Was sind geografische Gebiete überhaupt?
Geografische Gebiete (UAS-Geographical Zones) sind räumlich definierte Bereiche, in denen der Drohnenbetrieb aus Gründen der Sicherheit, des Datenschutzes oder des Naturschutzes eingeschränkt ist. Die EU-Verordnung erlaubt den Mitgliedstaaten, solche Zonen festzulegen. Deutschland macht davon in der Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) umfangreich Gebrauch.
Es gibt drei grundsätzliche Arten:
- Verbotszonen, in denen Flug grundsätzlich untersagt ist.
- Beschränkungszonen, in denen Flug nur mit Erlaubnis oder unter Auflagen erlaubt ist.
- Freigegebene Bereiche, in denen die normalen Regeln der offenen Kategorie gelten.
Wo ist der Drohnenflug in Deutschland verboten oder beschränkt?
Typische Zonen mit Verbot oder Genehmigungspflicht sind:
- Flughäfen und Kontrollzonen (CTR): rund um Verkehrsflughäfen gelten großzügige Schutzabstände. Flug hier braucht eine Freigabe der Deutschen Flugsicherung (DFS).
- Wohngrundstücke: über fremden Wohngrundstücken gelten besondere Einschränkungen, vor allem bei Drohnen ab 250 Gramm oder mit Kamera, wenn keine Zustimmung vorliegt.
- Kritische Infrastruktur: Kraftwerke, Umspannwerke, Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten.
- Behörden und Sicherheitsbereiche: Polizei, Einsatzorte, militärische Bereiche, Bundes- und Landesbehörden.
- Naturschutzgebiete und Nationalparks: Flug ist hier oft verboten oder genehmigungspflichtig.
- Menschenansammlungen: über Menschenansammlungen ist Flug in der offenen Kategorie generell verboten.
- Verkehrswege, Bahnanlagen und Bundeswasserstraßen: Einschränkungen zum Schutz des Verkehrs.
Wie prüfst du deinen Startplatz mit DIPUL?
DIPUL (Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt) ist das offizielle Portal des Bundesministeriums für Verkehr. Auf der interaktiven Karte gibst du deinen geplanten Ort ein und siehst, welche Zonen dort gelten und welche Auflagen daraus folgen. So gehst du vor:
- Öffne die Karte auf dipul.de.
- Suche deinen Startort oder navigiere hin.
- Prüfe die eingeblendeten Zonen und lies die zugehörigen Hinweise.
- Kläre, ob du eine Erlaubnis brauchst, etwa bei der DFS für Kontrollzonen oder bei der zuständigen Landesbehörde für Naturschutzgebiete.
Die DIPUL-Karte ist die verlässlichste Quelle. Verlasse dich nicht allein auf App-Warnungen des Herstellers, denn diese decken nicht alle deutschen Zonen ab. In der Wissensdatenbank von dronexamine findest du kompakte Erklärungen zu den Zonentypen, damit du die Karte richtig deutest.
Welche Rolle spielt die DFS bei Flughäfen?
Für Flüge in Kontrollzonen von Flughäfen ist eine Freigabe der Deutschen Flugsicherung nötig. Die DFS bietet dafür digitale Antragswege an, teils über die App Droniq. Ohne Freigabe darfst du dort nicht starten. Plane genügend Vorlauf ein, denn eine Freigabe wird nicht immer sofort erteilt und kann an Bedingungen wie maximale Höhe oder Uhrzeit geknüpft sein.
Gilt die maximale Flughöhe überall?
In der offenen Kategorie gilt grundsätzlich eine Höchsthöhe von 120 Metern über Grund. In manchen Zonen ist diese Höhe weiter reduziert, etwa nahe Flughäfen oder unter bestimmten Beschränkungen. Umgekehrt kann es lokale Sonderregelungen geben. Prüfe deshalb immer die konkrete Zone, statt pauschal von 120 Metern auszugehen.
Häufige Fragen
Darf ich über meinem eigenen Garten fliegen?
Über deinem eigenen Grundstück darfst du grundsätzlich fliegen, sofern keine geografische Zone dagegen spricht und du die allgemeinen Regeln einhältst. Über fremde Wohngrundstücke darfst du mit Kameradrohnen ab 250 Gramm nur mit Zustimmung des Eigentümers. Beachte zudem Höhenbegrenzungen und den Schutz der Privatsphäre deiner Nachbarn.
Ist DIPUL verbindlich oder nur eine Empfehlung?
DIPUL bildet die geltenden geografischen Zonen ab und ist die offizielle Informationsquelle des Bundes. Die dahinterstehenden Ge- und Verbote ergeben sich aus Verordnungen wie der LuftVO und sind rechtlich verbindlich. Die Karte hilft dir, sie zu erkennen, ersetzt aber nicht das Einholen erforderlicher Erlaubnisse bei DFS oder Landesbehörden.
Brauche ich für jeden Flug eine Freigabe?
Nein. In freigegebenen Bereichen der offenen Kategorie fliegst du ohne Einzelfreigabe, solange du die allgemeinen Regeln einhältst. Eine Freigabe brauchst du nur in bestimmten Zonen, etwa Kontrollzonen von Flughäfen oder Naturschutzgebieten. Prüfe vor jedem Flug den konkreten Standort auf DIPUL.
Was gilt in Naturschutzgebieten?
In Naturschutzgebieten und Nationalparks ist der Drohnenflug häufig verboten oder nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt, oft zum Schutz von Wildtieren. Die Zuständigkeit liegt bei den Landes- oder Kommunalbehörden. Erkundige dich vor dem Flug bei der zuständigen Stelle, denn Verstöße können empfindliche Bußgelder nach sich ziehen.
Dein nächster Schritt
Öffne vor deinem nächsten Flug DIPUL und prüfe deinen Startplatz, bevor du das Auto belädst. Frische dein Wissen zu den Zonentypen mit den Leitfäden von dronexamine auf, damit du auf einen Blick erkennst, ob du frei fliegen darfst oder eine Freigabe brauchst.
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