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FPV-Drohnen fliegen: Regeln in Deutschland

FPV-Flug bedeutet Fliegen ohne direkten Blick auf die Drohne. So bleibst du mit Videobrille legal, welche Rolle der Spotter spielt und was EASA und LBA fordern. Stand 2026.

Redakcja dronexamine
FPV-Drohne mit Videobrille auf einer Startmatte im Freien

FPV-Fliegen mit Videobrille gilt in der offenen Kategorie als Flug außerhalb der Sichtweite, wenn niemand die Drohne direkt beobachtet. Deshalb brauchst du entweder einen Spotter, der ständig freie Sicht zur Drohne hält, oder du wechselst für echten Flug außerhalb der Sichtweite in die spezielle Kategorie beim LBA. Ohne Spotter ist FPV in der offenen Kategorie nicht zulässig.

Was bedeutet FPV rechtlich?

FPV steht für First Person View, also den Blick durch die Kamera der Drohne über eine Videobrille oder einen Bildschirm. Solange du die Brille aufhast, siehst du die Drohne nicht mit eigenen Augen im Luftraum. Die EU-Verordnung 2019/947 verlangt in der offenen Kategorie aber ununterbrochenen Sichtkontakt (VLOS) zur Drohne.

Die Lösung ist der Spotter, im Regelwerk als Luftraumbeobachter bezeichnet. Diese Person steht direkt neben dir, hält freien Blick auf die Drohne und warnt dich vor Hindernissen und anderen Luftraumnutzern. Nur mit einem aktiven Spotter gilt dein FPV-Flug als VLOS und bleibt in der offenen Kategorie legal.

Welche Drohnenklasse und welcher Nachweis gelten für FPV?

Für FPV gelten dieselben Regeln wie für jede andere Drohne. Entscheidend sind Gewicht und Klasse:

  • Unter 250 Gramm ohne Klassenkennzeichnung: leichte FPV-Drohnen fallen in die Unterkategorie A1, du brauchst mindestens die Registrierung als Betreiber, wenn eine Kamera verbaut ist.
  • 250 Gramm bis 25 Kilogramm: hier greift je nach Klasse A1, A2 oder A3, und du brauchst den EU-Kompetenznachweis A1/A3, teils zusätzlich das A2-Fernpilotenzeugnis.
  • Selbstbau ohne CE-Klasse: viele FPV-Drohnen sind Eigenbauten. Diese fallen in A3, also mindestens 150 Meter Abstand zu Wohn-, Gewerbe- und Erholungsgebieten.

Die meisten selbstgebauten Renn- und Freestyle-FPV-Drohnen landen in A3, weil sie keine C-Klassenkennzeichnung tragen. Rechne also mit den strengeren Abstandsregeln.

Brauchst du eine Videobrille-Zulassung oder eine spezielle Frequenz?

Deine Videobrille selbst braucht keine gesonderte Luftfahrtzulassung, aber die Funkübertragung des Videosignals muss den Frequenz- und Sendeleistungsvorgaben der Bundesnetzagentur entsprechen. Viele FPV-Systeme senden im 5,8-GHz-Band. Prüfe die zulässige Sendeleistung und die freigegebenen Kanäle bei der Bundesnetzagentur, denn zu starke Sender oder gesperrte Frequenzen sind ein Rechtsverstoß, unabhängig vom Luftrecht.

Wenn du dich in die Systematik der Klassen und Nachweise einarbeiten willst, bevor du deinen ersten FPV-Flug planst, helfen dir die strukturierten Lernwege von dronexamine, die Grundlagen sauber zu ordnen.

Halte dich an diese Punkte, dann bleibst du auf der sicheren Seite:

  • Spotter dabei: eine zweite Person mit ständigem Blick auf die Drohne ist bei Brillenflug Pflicht.
  • Maximal 120 Meter Höhe über Grund in der offenen Kategorie.
  • Geografische Gebiete prüfen: nutze die DFS-Karte oder die App Droniq, um Sperr- und Beschränkungsgebiete zu erkennen.
  • Abstand einhalten: in A3 mindestens 150 Meter zu bewohnten Gebieten.
  • Versicherung: eine Drohnen-Haftpflicht ist Pflicht, gerade FPV-Renner sind schnell und schwer kontrollierbar.
  • Akkus prüfen: FPV-Drohnen ziehen hohe Ströme, kontrolliere deine LiPo-Akkus vor jedem Flug.

Ein eigener Modellflugplatz eines Vereins kann zusätzliche Erleichterungen bieten, dort gelten oft geregelte Betriebsordnungen.

Wann musst du in die spezielle Kategorie wechseln?

Sobald du ohne Spotter echt außerhalb der Sichtweite fliegen willst, also klassisches BVLOS mit der Brille über größere Distanzen, verlässt du die offene Kategorie. Dann brauchst du eine Betriebsgenehmigung des LBA oder ein passendes Standardszenario mit Risikobewertung. Das ist deutlich aufwendiger und erfordert eine erweiterte Fernpilotenkompetenz. Für sportliches FPV auf kurzer Distanz mit Spotter ist dieser Schritt in der Regel nicht nötig.

Welche Ausrüstung brauchst du für den legalen FPV-Einstieg?

Neben der Drohne selbst gehört einiges zur regelkonformen FPV-Ausstattung. Eine gute Videobrille mit stabilem Empfang reduziert Bildaussetzer, die zu Kontrollverlust führen können. Für die Übertragung brauchst du ein Videosystem, dessen Frequenz und Sendeleistung den Vorgaben der Bundesnetzagentur entsprechen. Digitale Systeme bieten meist ein klareres Bild als analoge, sind aber teurer.

Wichtig ist außerdem eine zuverlässige Fernsteuerung mit ausreichender Reichweite und ein Failsafe, das die Drohne bei Signalverlust in einen sicheren Zustand bringt, etwa Motoren aus oder kontrollierte Landung. Bei Renn- und Freestyle-Drohnen ohne GPS bedeutet Signalverlust oft einen Absturz, deshalb fliegst du nur so weit, wie die Verbindung sicher trägt. Ein Ersatzsatz Propeller, geprüfte LiPo-Akkus und eine feuerfeste Akkutasche runden die Grundausstattung ab. Achte darauf, dass deine Drohne bei 250 Gramm oder mehr registriert und versichert ist, bevor du startest.

Wo darfst du mit einer FPV-Drohne fliegen?

Der Ort entscheidet oft über die Zulässigkeit deines Flugs. In der Unterkategorie A3, in die die meisten Selbstbauten fallen, hältst du mindestens 150 Meter Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten. Das schränkt die Auswahl geeigneter Flächen deutlich ein. Geeignet sind offene Felder, Wiesen und abgelegene Areale ohne Unbeteiligte.

Prüfe vor jedem Flug die geografischen Gebiete auf der DFS-Karte oder in der App Droniq, denn viele Räume sind gesperrt oder beschränkt, etwa um Flugplätze, über Naturschutzgebieten oder in Kontrollzonen. Ein Modellflugplatz eines Vereins ist für FPV oft die beste Wahl, weil dort geregelte Betriebsordnungen gelten und der Luftraum abgestimmt ist. So findest du eine sichere Umgebung, in der Spotter, Abstände und Frequenzen leichter einzuhalten sind.

Häufige Fragen

Darf ich FPV alleine ohne Spotter fliegen?

Nein, nicht in der offenen Kategorie. Sobald du die Videobrille aufhast und die Drohne nicht mehr direkt siehst, brauchst du einen Luftraumbeobachter, der ununterbrochen freie Sicht auf die Drohne hält. Ohne Spotter wäre es ein Flug außerhalb der Sichtweite, der eine Betriebsgenehmigung des LBA in der speziellen Kategorie erfordert.

Gilt für FPV eine andere Höhengrenze?

Nein, in der offenen Kategorie gilt für FPV wie für alle Drohnen die Grenze von 120 Metern über Grund. Höher darfst du nur mit einer Genehmigung in der speziellen Kategorie oder unter besonderen Ausnahmebedingungen fliegen. Prüfe zusätzlich immer die geografischen Gebiete, da lokal niedrigere Grenzen gelten können.

Brauche ich für eine selbstgebaute FPV-Drohne einen Nachweis?

Ja, sobald die Drohne 250 Gramm oder mehr wiegt oder eine Kamera trägt, brauchst du mindestens die Betreiberregistrierung und den EU-Kompetenznachweis A1/A3. Selbstbauten ohne CE-Klassenkennzeichnung fallen meist in die Unterkategorie A3 mit 150 Metern Mindestabstand zu bewohnten Gebieten.

Ist die Videoübertragung meiner FPV-Brille immer erlaubt?

Nicht automatisch. Das Videosignal muss den Frequenz- und Sendeleistungsvorgaben der Bundesnetzagentur entsprechen. Verbreitet ist das 5,8-GHz-Band, aber nicht jeder Kanal und nicht jede Sendeleistung sind zulässig. Prüfe die aktuellen Vorgaben direkt bei der Bundesnetzagentur, bevor du einen stärkeren Sender einsetzt.

Dein nächster Schritt

Kläre zuerst, in welche Klasse und Unterkategorie deine FPV-Drohne fällt, und organisiere einen zuverlässigen Spotter für jeden Brillenflug. Prüfe die geografischen Gebiete auf der DFS-Karte und deine Sendefrequenzen bei der Bundesnetzagentur. Wenn du deinen EU-Kompetenznachweis noch brauchst, bereite dich mit dem Trainer von dronexamine gezielt auf die Prüfung vor, damit du sicher und regelkonform startest.